„Coach“ ist in Deutschland keine geschützte Berufsbezeichnung. Es gibt keine staatliche Zulassung und keine Stelle, die Weiterbildungen verbindlich prüft. Wer eine Weiterbildung auswählt, muss deshalb selbst hinsehen.
Sechs Dinge solltest du erkennen können, bevor du buchst: wer unterrichtet und mit welcher Qualifikation, worauf sich die Methode fachlich gründet, wie groß die Gruppe ist und ob du wirklich übst, was der Abschluss konkret wert ist, was es vollständig kostet, und ob der Anbieter auch benennt, was er nicht leistet.
Der letzte Punkt ist der aussagekräftigste. Ein Anbieter, der offen sagt, wofür seine Weiterbildung nicht reicht, hat sich mit der Frage beschäftigt. Wer alles verspricht, meist nicht.
Such nach Namen, nicht nach einem Team. Steht auf der Seite, wer den Kurs leitet, mit welcher Ausbildung und wie lange diese Person schon praktisch arbeitet? Eine Weiterbildung ist nur so gut wie die Person im Raum.
Bei psychologischen Themen ist die Frage besonders wichtig. Zwischen „hat eine Coaching-Ausbildung gemacht“ und „ist approbierte Psychotherapeutin“ liegt ein großer Unterschied, gerade wenn es um Muster geht, die in die Nähe von Störungsbildern reichen.
Es gibt zwei ehrliche Antworten darauf. Entweder eine Weiterbildung folgt einer benannten Methodenschule, oder sie stützt sich auf psychologische Forschung. Beides ist legitim, und beides sollte dastehen.
Unscharf wird es, wenn ein Anbieter viele Begriffe mischt, ohne zu sagen, woher sie stammen. Wenn du im Text nicht erkennst, auf welcher Grundlage gearbeitet wird, wirst du es im Kurs auch nicht erkennen.
Coaching lernt man nicht durch Zuhören. Entscheidend ist, ob du im Kurs selbst arbeitest, an eigenen Fällen, mit Rückmeldung. Das geht nur in kleinen Gruppen.
Steht keine Teilnehmerzahl auf der Seite, frag nach. Ein Anbieter, der 200 Menschen in einem Webinar hat, kann dir kein Üben anbieten, egal wie gut die Inhalte sind.
Hier wird am häufigsten geschummelt, meist nicht durch Lügen, sondern durch Weglassen. „Zertifiziert“ sagt für sich genommen gar nichts, denn die Frage ist immer: zertifiziert von wem?
Es gibt drei sehr verschiedene Dinge. Ein hauseigenes Zertifikat des Anbieters. Eine Anerkennung durch einen Berufsverband. Und eine staatlich anerkannte Ausbildung. Nur das Letzte ist gesetzlich geregelt, und Coaching gehört nicht dazu.
Wenn du Fortbildungspunkte für deine Kammer oder anrechenbare Stunden für einen Verband brauchst, kläre das vorher direkt bei deiner Kammer oder deinem Verband. Ein Anbieter kann dir das nicht zusagen, er kann dir nur eine Bescheinigung ausstellen, die du einreichst.
Ein seriöser Anbieter nennt den Endpreis inklusive Mehrwertsteuer, und zwar bevor du deine Daten eingibst. Kommt der Preis erst nach einem Erstgespräch, ist das ein Verkaufsgespräch, keine Beratung.
Achte auch auf Bindung. Musst du ein ganzes Programm buchen, um einen einzelnen Baustein zu bekommen? Gibt es eine Mindestlaufzeit? Beides kann in Ordnung sein, es sollte nur vorher dastehen.
Das ist der Punkt, an dem sich Anbieter am deutlichsten unterscheiden, und er kostet nichts zu prüfen. Steht irgendwo, wofür diese Weiterbildung nicht ausreicht? Wird gesagt, wann jemand besser Therapie braucht als Coaching?
Wer diese Grenze zieht, hat verstanden, dass sie existiert. Wer sie nicht zieht, hat entweder nicht darüber nachgedacht oder verkauft lieber weiter.
Weil der Titel nicht geschützt ist, hat der Markt sich eine eigene Währung gebaut: Verbandssiegel. Verbände wie der DBVC, die ICF oder die DGSv zertifizieren Anbieter und Personen nach eigenen Kriterien.
Ein Siegel ist ein Hinweis, kein Beweis. Es sagt, dass ein Anbieter ein bestimmtes Verfahren durchlaufen hat, und es kann für dich wichtig sein, wenn du selbst eine Zertifizierung anstrebst und anrechenbare Stunden brauchst. Es sagt nichts darüber, wie gut der einzelne Kurs ist.
Umgekehrt gilt genauso: Kein Siegel bedeutet nicht automatisch schlechte Qualität. Es bedeutet, dass du die sechs Punkte oben selbst prüfen musst.
Diese Seite steht auf der Website einer Anbieterin, deshalb gehört die Antwort dazu, offen und mit den Punkten, an denen wir schlecht dastehen.
Leitung und Qualifikation stehen bei jedem Kurs mit Namen dabei. Die fachliche Grundlage ist klinische Psychologie, nicht eine Methodenschule. Die Gruppen sind klein und alles läuft live, es gibt keine Aufzeichnungskurse. Jeder Endpreis steht brutto auf der Seite, jedes Format ist einzeln buchbar, ohne Aufnahmegespräch und ohne Programmbindung.
Und die zwei Neins: VanJunge ist keine staatlich anerkannte Ausbildung, und VanJunge ist bei keiner Kammer und keinem Coaching-Verband akkreditiert. Wenn du anrechenbare Verbandsstunden brauchst, bist du bei einem akkreditierten Anbieter richtiger. Wir bilden nicht aus, wir vertiefen.